06.09.2014 - 03.10.2014

Und schon haben wir die Bescherung.
Nachdem ich den Online-Checkin durchgeführt und die Bordkarten ausgedruckt hatte, kam die Mail, dass der Flug von München nach Frankfurt gestrichen ist. Nach über 2 (in Worten ZWEI) Stunden in der Warteschlange und unfähigen Mitarbeitern im Callcenter (die nicht in der Lage waren, mir einen Voucher für die DB auszustellen), konnten wir unseren Flug umbuchen.
Wir fliegen jetzt am Samstag nicht schon um 08:00 Uhr sondern erst um 16:10 Uhr, aber dafür direkt von München nach San Francisco und kommen dort um 19.05 Uhr Ortszeit an. Damit fehlt uns jetzt schon einmal ein halber Tag in San Francisco. Mal seh'n, vielleicht holen wir die Zeit am Ende des Urlaubs noch nach.
Direktflug von München nach San Francisco. Nach einer Flugzeit von 11:20 waren wird endlich auf dem San Francisco International Airport angekommen. Als fliegende Konservendose hatten wir einen Airbus 340-600 mit dem Namen Stuttgart. Das Essen war erstaunlicherweise wirklich gut und zum Trinken gab es alle möglichen alkoholischen und nichtalkoholischen Getränke (ohne Mengenbegrenzung). Und mit Hilfe des Entertainmentprogramms konnte man die Flugzeit gut überstehen.
Interessant war die Flugroute: von München über Hannover zu den Shetlands. Dann weiter über Grönland und die Hudson Bay quer durch Kanada, vorbei an Vancouver und dann nach Süden in Richtung San Francisco. Die Reiseflughöhe betrug dabei zwischen 34000 und 36000 ft.
Tja, und dann kam die immer wieder spannende Prozedur der Einreise. Diesesmal wurden wir - wie bei Verbrechern üblich - registriert: Die Fingerabdrücke beider Hände und ein Foto (ohne Brille oder Kopfbedeckung). Auch bei verschleierten Muslimen keine Ausnahme ...
Nicht zu vergessen das Ausfüllen eines weiteren Formulars, das drei Beamte zu unterschiedlichen Zeitpunkten an verschiedenen Orten bis zum Verlassen des Flughafens begutachten - natürlich wieder mit allen Angaben wie bei der ESTA-Anmeldung. Und das alles nur, dass man ja keine Agrarprodukte einführt. Überprüft wurde das Ganze letztendlich von Hunden - Papier ist ja so geduldig.
Howdy! Welcome in America!
Nach gut einer Stunde war der Verwaltungsakt erledigt und das Gepäck aufgesammelt. Als nächste Herausforderung galt es nun, ein geeignetes Beförderungsmittel zu finden, das uns finanzierbar so nah wie möglich ans Hotel bringt. Da es bereits nach 20:00 Uhr und somit schon dunkel war, entschieden wir uns für ein Super-Shuttle: Da passen bis zu sieben Turis mit Gepäck rein und es fährt jeden bis zum Hotel, für 17$ pro Person - man muss nur warten, bis der Kleinbus voll ist. Und so waren wir um ca 21:30 Uhr im Hotel Nob Hill Inn in der Pine Street - fast ganz oben auf dem Hügel (stellte sich erst am folgenden Tag als äußerst praktischer Standort heraus).
Nachdem wir unser nettes Zimmer (die Einrichtung des Hotels passt in das Jahr 1920) bezogen hatten und wir nach jetzt 24 Stunden des Wachseins noch immer nicht müde waren, gingen wir noch auf eine Entdeckungstour um die Blocks und machten auch gleich Bekanntschaft mit der Lage der Stadt: es ist auf jede Fall von Vorteil, wenn man als deutscher Südstaatler ein gewisses Grundtraining für das Gehen im steilen Gelände hat. Die Strassen sind so steil, das kann man sich nicht vorstellen. Solche steilen Straßen gibt es bei uns nicht einmal in den Alpen ... und die Amis joggen hier auch noch ... Daher waren wir dann nach 1,5 Stunden alpiner Wanderung müde und fielen tod ins Bett - zumindest bis 4:00 Uhr am nächsten Tag.
San Francisco - eine kleine aber feine Großstadt. Um es gleich vorwegzunehmen: keine Stadt für Couchpotatoes oder waagrechte-Straßen-Geher (gerne auch in High Heels). San Francisco erleben ist Sport. Gutes Schuhwerk und ausreichend Kondition sind Voraussetzung, um einen ganzen Tag auf den Beinen zu überstehen.
Vielleicht kennt der eine oder andere noch die Krimiserie 'In den Straßen von San Franscisco', in der wilde Verfolgungsscenen gezeigt wurden. Diese wurden nicht an einer Stelle gedreht - ganz San Francisco ist eine einzige steile Berg- und Tal-Bahn.
An dieser Stelle kommt jetzt das CableCar in Spiel. Neben der Fahrt in einem historischen Gefährt stellt das CableCar die beste Möglichkeit dar, von einer Seite des Hügels auf die andere Seite zu gelangen und die steilen Straßen bequem zu bewältigen (man kann aber auch entlang der Bucht fahren - ist langweilig, da man dann auch nichts von der besonderen Lage der Stadt sieht).
Eine Fahrt kostet 6$, der ganze Tag 15$ und dann kann man auch noch alle anderen städtischen Beförderungssysteme benutzen.
Und so verließen wir gegen 8:00 Uhr das Hotel, besorgten uns am Fuße des Hügels ein Tagesticket und fuhren mit dem CableCar über den Hügel oder besser Berg (Ortsteil Hill) zu den Piers in der Bucht von San Francisco. Zu diesem Zeitpunkt sind noch wenig Touristen unterwegs und so unternahmen wir auch gleich eine Bootsfahrt (Stöhn ...) durch die Bucht mit den Zielen Golden Gate Bridge und Alkatraz.
An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis zur Kleidung: Der September ist der wärmste Monat im Jahr bei 20 - 25°C in der Sonne. Es weht aber immer ein kräftig kühler Wind, so dass man am Vormittag und ab dem späten Nachmittag eine winddichte Jacke dabeihaben sollte. Ab Sonnenuntergang ist eine Jacke obligatorisch, es wird dann echt kalt (Die einheimische Damenwelt trägt jetzt schon Winterjacken mit Pelzkragen).
Ein Besuch der Lomard-Street - hier stehen die Turis mit ihren Autos Schlange (unter Bewachung des SFPD - San Franscico Police Department), um die Straße zu befahren und dabei auch filmen zu können, ein Abstecher nach China Town - heute war hier viel los, man feierte das Mondfest. Weiter hinab zur anderen Seite Bucht in das Bankenviertel und zum Sonnenuntergang wieder zurück zu den Piers, um mit vielen anderen das Schauspiel über der Golden Gate Bridge zu erleben. Der Weg zurück zum Hotel wurde wieder mit dem CableCar zurückgelegt.
San Francisco ist eine saubere Stadt, aber wenn man sich im Bereich der China Town befindet, taucht man in eine komplett andere Welt - was vor allem die Sauberkeit und den Gestank angeht.
Morgen um 9:00 Uhr werden wir von der Autovermietung im Hotel abgeholt. Dann beginnt unser großes Abenteuer 'Rundreise durch den Südwesten der USA'.
Pünktlich um 9:00 wurden wir von einem Mitarbeiter der Firma Bayportier vor dem Hotel abgeholt und waren dann eine gute Stunde später bei Cruise America in der Verleihstation auf der anderen Seite der Bucht von San Francisco.
Unseren RV (Recreation Vehicle - Camper), ein Ford C25 mit 25 ft , konnten wir dann auch schon gegen 12:00 Uhr übernehmen, aber wegen großer Sauberkeitsmängel ließen wir das RV (viele Amis können mit dieser Abkürzung wenig anfangen) noch einmal nachreinigen und verließen gegen 13:00 Uhr mit dem Tachostand von 76099.6 mi den Hof in Richtung Tankstelle: 35 Galonen (etwa 133 Liter) für satte 120$, und das war nur der halbe Tank ... Dann weiter zum Supermarkt, Grundnahrungsmittel jagen. Um 14:00 Uhr war der Einkauf vollständig verstaut und ab ging die Fahrt nach Sakramento. Wir wollten uns heute - da es bereits so spät war - einen Stellplatz am Lake Tahoe sichern.
Die Straßen rund um die Bucht von San Francisco sind in einem erbärmlichen Zustand. Grund hierfür sind die regelmäßigen Erdbeben, die jede noch so ebene Alphalt- oder Betonfahrbahn innerhalb kurzer Zeit zu Schlaglochpisten verkommen lässt und die Fahrbahn bald einem Fleckerlteppich ähnelt. Und über diese Holperstaßen fuhren wir mit 65 mph (ca 100 km/h) frohgelaunt los. Nach ca 10 mi auf der Interstate 580 gab es einen riesen Krach und ein Glas mit leckerer Dipsouce verteilte sich im hinteren Teil des RVs. Tja, typisch Anfänger: schweres nach unten, leichtes nach oben. Also Warnblinkanlage an, rauf auf den Pannenstreifen und den Saustall aufwischen. Danach das ganze vorher Verstaute umräumen, damit uns das nicht noch einmal passiert, Radio an und weiter gings nach Sakramento.
Während das Thermometer heute in San Francisco schlappe 18 °C zeigte, waren es auf der Fahrt nach Sacramento schon warme 26°C und für morgen wurden über 30°C angekündigt.
Von dort führt der Freeway 50 über die Sierra Nevada durch eine atemberaubende Landschaft mit 6% Steigung/Gefälle zum Lake Tahoe. Der Pass liegt dabei auf einer Höhe von 2359 m. Überall gibt es hier Skigebiete mit riesigen Hotelanlagen, von dem Amis liebevoll Sno Areas (kein Schreibfehler, wie so oft in den USA) genannt.
Der Campground war dann auch um 18:30 Uhr erreicht, wunderschon gelegen im Pinienwald, in Sichtweite zum See und mit einer geringen Platzgebühr von 84 $ !! Da wir aus Schwaben kommen, nahmen wir das überaus freundlich dargebrachte Angebot schweren Herzens nicht an, suchten über das iPad die nächsten erreichbaren Stellplätze und fanden gleich drei in Carson City, der Hauptstadt von Nevada.
Bei der Ankunft in Carson City stellten wir fest, dass das Campground-Office bereits seit 17:00 Uhr nicht mehr besetzt war. Aber es hing ein Zettel an der Tür, dass später ankommende Gäste einen speziellen Stellplatz für die Nacht benutzen dürfen, gegen eine Gebühr von 34 $ incl. Strom und Wasser. Gelesen und getan.
Die Sonne war in der Zwischenzeit auch untergegangen, so dass ich gerade noch mit dem letzten Dämmerungslicht das erste Mal den Strom- und Wasseranschluss verbinden konnte.
Jetzt ging es aber erst einmal um das Ausräumen der Koffer und verstauen des Inhalts in den dafür vorgesehenen Bereichen. Nachdem dies geschehen war - mal sehn, ob wir die Sachen auch schnell wieder finden -, gabs totes Rind (amerikanisches Steak ... lecker ...) mit Tomaten, Gurken, Oliven und leicht verformbaren Semmeln: Orginallänge 15 cm, zusammengedrückt 2 - 3 cm, losgelassen wieder 15 cm.
Morgen geht es weiter in Richtung Yellowstone NP.
Nach einem leckeren Frühstück (Toast, Schinken, Kaffee / Tee) hatte das Campground-Office um 08:00 Uhr geöffnet. Smalltalk mit der Angestellten älteren Semesters, zahlen der Standgebühr und dann erst mal tanken, da der Tank leer war. Menge und Preis lasse ich ab sofort weg: einfach tanken, zahlen und Betrag sofort wieder vergessen.
Unser geplantes Etappenziel für heute: Jackpot an der Grenze zwischen Nevada und Idaho.
Diese 700 km haben es in sich: öde Landschaft, keine Abwechslung; die Strasse - gefühlt immer gerade aus - verschwindet am Horizont im Nichts. Hin und wieder eine leichte Kurve (zumindest als solche auf dem Navi erkennbar), auf die mit gelben Hinweisschildern und Geschwindigkeitsbeschränkung aufmerksam gemacht wird. Einzige Abwechslung in dem von Gestrüp überwucherten Land war die eine oder andere Windhose, die den weißen salztrockenen Sand über den Highway beförderte.
Wenn man diese Landschaft durchfährt, kann man sich erst so richtig vorstellen, was die damaligen Siedler für Strapazen auf sich genommen haben, um im Westen das Glück zu suchen. Ein Hügel folgt dem nächsten, einer sieht wie der andere aus. Trockenes Land ohne sichtbare Wasserstellen und die Sonne brennt gnadenlos herab und fordert von Mensch und Tier seinen Tribut.
Dann sitzt ich doch lieber bei dieser trostlosen Fahrt in einem klimatisierten RV, einen kühlen Drink in der Halterung des Armaturbretts und unterhaltsame Country Music aus dem Radio (Take me home, Country Roads ...).
Aber wieder zurück zu unserer Fahrt. In Nevada, dem Land des Glückspiels, besitzt fast jeder Ort ein eigenes Casino - wenn auch sonst nichts. So ist es auch in Jackpot, wo wir einen tollen Stellplatz mit Abholservice zum Casino fanden. Das Campground-Office war wieder einmal unbesetzt - ein Plakat wies darauf hin, dass auch morgen niemand da sei. Ein zweites Plakat erklärt, wie man hier trotzdem übernachten kann: Stellplatz suchen, ausliegendes Formular ausfüllen, den Betrag in das dazugehörende Kuvert legen und alles in den Briefkasten nebenan einwerfen - Ganz einfach.
Bis auf eines war dann alles klar: Wie kommen wir zu den Duschen (entweder ein Schlüssel, oder ein Code? Letzteres war hier gefragt.) Dabei haben wir für die nächsten Wochen folgendes gelernt: 1. Der erste Stellplatz am Eingang gehört immer dem Hausmeister der Platzes, genannt Host. Der ist immer da und regelt das Leben auf dem Platz oder 2. einfach die anderen fragen. Man kommt dabei schnell ins Gespräch und kann sich dabei auch noch mit Informationen für den weiteren Verlauf der Reise versorgen.
Dazu ein Beispiel: Ich wollte eine Flasche Rotwein für Abendessen öffnen, musste aber feststellen, dass kein Korkenziehen da war. Als ging ich mit der Flasche in der Hand über den Platz, um bei den anderen Campern die Flasche zu öffnen. Mir wurde unwahrscheinlich freundlich weitergeholfen und konnte mich erst nach ca 15 Minuten Smalltalk von den netten Rentnern loseisen. Kaum am eigenen RV wieder angekommen, kam die Frau des Ehepaaren hinterher, um mir Karten für den Yellowstone und Teaton NP zu geben, angereichert mit vielen zusätzlichen Informationen, welche Strassen nicht befahrbar sind, welche Trails man besuchen sollte und wo es einen guten und sauberen Campground gibt.
Typisch Amerika, man trifft sich, tauscht sich über Allgemeines oder Belangloses aus und geht danach wieder auseinander.
Leider konnten wir uns von dem Ehepaar am nächsten Morgen nicht mehr verabschieden, die waren schon vor 8:00 Uhr weitergefahren.
Nach dem Frühstück kam dieses mal nicht das Tanken. Der Frischwassertank musste gefüllt und die beiden Brauchwassertanks (Gray Water und Black Water) entleert werden und dann erst zur Tankstelle mit einem neuen Rekort (einfach vergessen).
Jackpot liegt nicht nur an der Grenze zu Idaho, sondern hier verläuft auch die Zeitzonengrenze: wir wechselten als in den dritten Bundesstaat auf unserer Reise und von der Pacific Standard Time (-9 Std) in die Mountain Standard Time (-8 Std) und verloren somit gleich mal eine Stunde Fahrzeit.
Hauptziel für heute war das Craters of The Moon National Monument, eine bizaren Landschaft, die einfach zwischen landwirtschaftlichen genutzten Flächen auftaucht. Ein riesiges Gebiet bestehend aus Lava in unterschiedlichen Formationen vermittelt einem, sich in einer Mondlandschaft zu bewegen. Hier fand u.a. auch das Training der ersten Mondmisson statt.
Es wäre nicht Amerika, wenn man zum Besichtigen dieser beeindruckenden Landschaft aus dem Auto aussteigen müsste. Mit 8 $ Eintritt (für das Auto) taten wir es den anderen Besuchern gleich. Wir fuhren mit 15 mph (ca 24 km/h, radarüberwacht) durch das Gelände, konnten es uns aber doch nicht verkneifen, an interessanten Stellen das Auto zu verlassen und die Gegend zu Fuß zu erkunden: auf Rollstuhl geeigneten Pfaden wurde man auf kleinen Rundwegen durch die Besonderheiten geführt, während man an einer ganz andere Stelle einen hohen Hügel besteigen konnte (ohne vorher die Warntafeln wegen der hohen Steigung zu missachten bzw. mit einem leichten Lächeln zu bemerken), um das ganze Gebiet von oben zu betrachten.
Nach ca. 2 Stunden incl. Mittagspause ging es dann weiter hinauf zum Yellowstone. Der Weg führt durch eine abwechslungsreiche, aber wenig besiedelte Gegend, so dass wir noch eine größere Stadt aufsuchen mussten, um für die kommenden Tage Nahrung und Trinken zu bunkern.
Die Straße führt dann weiter vorbei an Feldern in Richtung Norden, bis unerwartet ein bewaldeter Hügel auftaucht, in dem die Straße verschwindet. Der Anstieg zum Yellowstone war erreicht, aber auch die Zeit der Dämmerung war nah. Also suchen für uns via Internet (es war, wie wir die nächsten Tage feststellten, das letzte mal) die nächsten geeigenen Campgrounds heraus und wählten einen mitten im Wald (Bärengebiet) am Ufer eines Flusses (Iduelle pur).
Aktueller Wetterbericht: Die Nachttemperturen liegen heute bei +1°C und morgen bei -1°C. Ein Hoch auf die Standheizung ...
Die Nach war, um es milde auszudrücken, schattig. Sehr schattig. Daher waren wir auch schon um 6:00 Uhr munter. Zum Leidwesen von Petra war kein Bär in der Nacht um das Auto geschlichen, zumindest haben wir nichts gehört.
Heisser Kaffee und Tee, Toastbrot mit Speck und die Heizung brachten uns langsam wieder auf Turen. Um 8:00 Uhr verliesen wir dann den wild romantischen Platz und was kann dann: natürlich Tanken.
Nach einer Stunde Fahrt durch das Waldgebiet erreichten wir den westlichen Parkeingang in West Yellowstone: 80$ für den Jahrespass zum Besuch aller National Parks, denn einzeln übersteigen die Eintrittspreise bei der Vielzahl der zu besuchenden Nationalparks ein Vielfaches des Jahrespasses.
Tip: Die Karte ist übertragbar, wenn nur eine Person den Pass unterschreibt. Wenn man den Pass an eine andere Person weitergibt, kann diese den Pass ebenso unterschreiben und ihn für die restliche Laufzeit verwenden. Ganz legal! (Hinweis von einer freundlichen Park Rangerin)
Mit einer Geschwindigkeit zwischen 35 und 45 mph fährt man erst einmal 14 mi hinein, um zu der Straße zu gelangen, die sich in Form einer Acht durch den National Park schlängelt.
Man wird von einer atemberaubende Landschaft empfangen: kleine Flüsse meandern durch das breite Tal, am Ufer sattes Grasland, ideal für Bison und Elch. Auf beiden Seiten steigen die bewaldeten Bergwände in die Höhe. Und so fährt man in Kolonne mit vielen vielen anderen Turis auf einer hervorragend ausgebauten Straße hinein in den National Park.
Frage: Was muss man unbedingt gesehen haben? Richtig: Old Faithful. Also bogen wir nach Süden ab. Und schon fing es an, an jeder Ecke des Parks zu dampfen. Also runter von der Hauptstraße auf einen der vielen Parkplätze, raus zur Dampfquelle, staunen, Foto machen, wieder einsteigen und weiterfahren.
Die Reihenfolge bleibt immer die gleiche, nur der Zeitraum zwischen aus- und wieder einsteigen wurde immer länger, da die Dampf- (und auch Gestank-) Gebiete immer größer wurden. Auf gut befestigten und erhöhten Holzwegen, kann man ohne der Natur zu schaden, jedes Wasser-, Dampf- oder Schlickloch erreichen.
Aktueller Wetterbericht: 0°C, mäßiger Wind und Schneefall. Es war also entsprechend wärmende Kleidung gefragt. Immerhin befindet sich der Yellowstone in der Ebene auf 1900 m. Und die Berge im Umkreis überragen locker die 3000 m.
Und dann war er da. Ein riesen Parkplatz für alle Besucher des Old Faithful. Wir hatten Glück. Nur 5 Minuten, nach dem wir uns dem Geyser genähert hatten, zeigte er uns sein Können und hüllte uns minutenlang mit einer Dampfwolke ein.
Das Areal um den Geyser wird kreisrund durch eine Tribüne mit Sitzmöglichkeit für tausende von Turis umrahmt. Es gibt sogar eine Uhr, die den Zeitpunkt der nächsten Eruption anzeigt (mit einer Abweichung von +/- 10 Minuten).
Als nächsten ging es zurück Richtung Norden, wo sich wesentliche größere Gebiete mit Dampf, Schlick und Gestank befinden. Man muss diese urtümliche Landschaft gesehen und gerochen haben, einfach unbeschreiblich.
So haben wir uns heute einmal den westlichen Teil des Yellowstone angesehen. In der Nähe des nördlichen Parkeingangs bei Mammoth Hot Spring konnten wir gerade noch einen von sechs freien Stellplätzen für die Nacht ergattern. Und heute wird es noch kälter als gestern: unter 0°C
Nach einer eisigen Nacht bei -15°C fuhren wir nach dem Frühstück erst einmal nach Norden aus dem National Park hinaus, um unser Gray und Black Water abzulassen und Frischwasser zu bunkern. Auf einfachen Campgrounds gibt es oft keine Entsorgungsmöglickeit, so dass man entweder eine Tankstelle oder ein RV Ressort - die meistens ausgebucht sind - anfahren muss.
Nach ca 30 Minuten gings dann wieder zurück in den National Park, um sich heute die Ostseite anzusehen. Sobald wir unsere Übernachtungsstelle wieder hinter uns und die Ansiedlung Mammoth erreicht hatten, standen wir mitten in einer Bisonherde, und mit Herde meine ich über 50 Tiere. Dazwischen gesellten sich auch einige Elks. Die nordamerikanischen Hirsche erreichen die doppelte Größe eines ausgewachsenen europäischen Hirsches. So mussten wir also warten, bis die Herde sich über die Straße zur nächsen saftigen Wiese zwischen den Häusern bewegt hatten und konnten dann unsere Fahrt fortsetzen.
Die Straße schlängelte sich auf den nächsten Meilen von 1900 m auf 2715 m um dann in einem Hochtal auf 2000 m in Richtung Süden weiter zu verlaufen. Die Straße war trocken, die Bäume und die umliegen Gipfel mit Schnee bedeckt. Auf der rechten Seiten hohe Berge und auf der linken Seite Grasland bis zum Horizont, wo sich hin und wieder Bisonherden bewegten.
Vorbei an einem einzigen Gebiet mit Qualm und Gestank erreichten wir dann den Yellowstone Lake. Eine Wasseroberfläche im satten Blau, umrahmt vom Dunkelgrün der Nadelbäume, dahinter in der Ferne schneebedeckte Gipfel. Eine Besonderheit der Lodge: Neben dem gemauerten Kamin, der wohlige Wärme spendet, steht ein mit Elchen geschmückter Weihnachtsbaum.
Und hier geschah es: Zum ersten Mal in diesem Urlaub gab es einen Cheesburger mit Speck, dazu eine Tüte Chips - lecker!
Damit waren wir am südlichen Ausgang des Yellowstone National Parks angelangt und fuhren weiter in den Teaton National Park hinwein, wo wir wieder einen tollen Campground direkt am Jackson Lake fanden.
In Colter Bay Village gibt es neben einem Lebensmittelladen einen Geldautomaten und einen 24h-Waschsalon mit kostenlosem WLAN-Zugang. Also schnell zurück zum RV, die Schmutzwäsche zusammengesammelt und ab in den Waschsalon: die Wäsche wurde sauber und wir hatten die Möglichkeit, alle unsere Geräte im WLAN zu betreiben und aktualisieren.
Die vergangene Nacht war mit 0°C deutlich wärmer. Für den heutigen Tag hatten wir uns einige Wanderungen durch den Teaton NP vorgenommen. Man fährt mit dem RV am Fuße der Berge, die stellenweise schneebedeckt sind, auf einer Höhe von 2000 m entlang. Zwischen der Straße und den Bergen liegen iduellisch Bergseen, um die es Rundwanderwege gibt.
Sobald man den Parkplatz verlassen hat, umgibt einem eine Stille, die nur von unbekannten Tierlauten unterbrochen wird. Am lautesten sind dabei die Eichhörnchen, die immer wieder Warnrufe ausstoßen, sobald man sich ihnen nähert - man sieht sie aber nur, wenn es gerade mit einem Tannenzapfen im Mund den Weg kreuzen oder einen Baumstamm hinaufrasen. Am lustigsten sind jedoch die Streifenhörnchen, die in ihrer hektischen Art ständig über den Waldboden flitzen. Sobald man stehen bleibt, kommen die kleinen flinken Tierchen ganz nahe an einen heran. Nur ein Foto ist so gut wie unmöglich: bis das Bild scharf ist, sitzen sie schon wieder ganz wo anders.
Die Natur zeigt in diesem Gebiet einzigartige Farbkontraste und vor allem ragen die nackten Felsen direkt aus der Ebene in die Höhe. Es gibt hier keinen Übergangsbereich: Ebene auf 2000 m und direkt steiler Anstieg bis auf 4200 m.
Wir haben uns heute auch entschlossen, einen gemütlichen Abend auf dem letzten Campground im Teaton National Park zu verbringen, einem mit Blick auf das Massiv der Teatons, an einer Feuerstelle mit entsprechender Holzmenge.
Spannende Frage: Wie entfacht man ein Feuer, wenn man nur dickte Holzscheite hat? Man sucht in der näheren Umgebung trockenes Kleinholz, zündet dieses an und legt nacheinander die dicken Holzscheite darauf. Nach ca 30 Minuten hat man dann ein tolles Lagerfeuer. Und jetzt kommt der amerikanische Platznachbar: Er befördert eine halbe Wagenladung Holz von seinem Pickup zur Feuerstelle, legt diese einfach aufeinander ... zündet seinen Bunsenbrenner an ... und nach zwei Minuten brennt das ganze Holz : think big !!!
Unser erster Halt am Morgen war in Jackson, eine typische amerikanische Stadt wie aus den Wild West Filmen, um - natürlich - wieder mal zu tanken und diesmal auch den Propan-Tank zu füllen. Die letzten kalten Nächte hatten die Heizung stark gefordert, so dass fast zwei Drittel des Tanks leer waren.
Danach ging es weiter Richtung Süden in einem breiten Tal mit hohen Bergen - wir bewegten uns aber weiterhin auf einer Höhe von 2000 m. Gegen Mittag machten wir Rast am Bear Lake und erklommen mit unserem RV in steilen Serpentinen die letzte Bergkette auf über 2500 m, um dann auf einem breiten Highway hinunter ins Tal zu sausen, am Horizont der Salt Lake.
Apropos Serpentinen: In den Alpen fährt man stundenlang mit zig Serpentinen einen Berg hinauf und wieder hinab, hier werden 500 Höhenmeter mit maximal 2 starken Kurven und steilen geraden Strecken überwunden und das mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 mph in beide Richtungen !
Ziel war diesesmal ein Campground auf Antilope Island mitten im Salt Lake. Die Insel ist ein Naturschutzgebiet und nur über einen Damm erreichbar. Auf der Insel lebt ein große Bisonherde, die uns auch sehr bald den Weg versperrte, Elks, Dears, Kojoten und sonstiges Kleingetier, das sich für Letzteren als Nahrungsquelle eignet.
Tip: Der Besuch der Insel kostet 10$, Übernachten incl. Besuch der Insel kostet 15$ und den Stellplatz bekommt man sofort am Eingang zugewiesen.
Um uns die Beine zu vertreten wanderten wir noch einen kleinen Trail von 5 mi um die Nordspitze der Insel, bevor wir vor den Mückenschwärmen ins RV flüchteten und dieses Mal bei geschlossenen Fenstern und Türen die Nacht verbrachten.
Salt Lake City, ein Stadtmoloch mit 8-spurigen Autobahnen, eingespresst zwischen einer hohen Bergkette im Osten und dem Salt Lake im Westen.
Zwischen der Bergkette und der ersten Autobahn (8 Spuren) befindet sich am Hang die Wohngegend. Zwischen der ersten Autobahn und der zweiten parallelen Autobahn (8 Spuren) Industrieanlagen wie Raffinerie oder Umspannwerk, aber auch Campingplätze. Zwischen der zweiten Autobahn und dem See befinden die die Einkaufszentren und weitere Wohngebiete.
Die eigenliche Stadt beginnt erst am südliche Ufer des Salt Lake, wo die Möglichkeit besteht, sich auch nach Westen auszubreiten. Saltlake City selbst ist äußerst sauber, ja fast schon steril. An jeder Ecke ist immer jemand dabei, den Rasen zu mähen oder zu kehren.
Nach einer etwas längeren Parkplatzsuche standen wir auch als einziges Campmobil mitten in der Stadt auf einem riesigen Parkplatz. Die Einfahrtsschranke konnte nur mit eingeklappten Außenspiegeln und Einweisung im Zentimeterabstand überwunden werden. Ansonsten hätten wir keine Möglichkeit gehabt, mit einem RV im Innenbereich der Stadt zu parken.
Ziel war natürlich der Besuch des Temple Square, dem heiligen Platz der Mormonen. Die Pracht dieser Bauten steht in keinster Weise denen anderer Religionsvereinigungen nach, im Gegenteil, hier zeigt man offen, dass die Gemeinde Geld hat. Das zeigt sich vor allem in dem der Allgemeinheit zugänglichen Tabernacle mit Platz für 6500 Besuchern und einer großen Orgel mit über 10000 Pfeifen. In diesem Konzertsaal mit jeglicher aktuellen Technik ausgerüstet findet jeden Wochentag um 12:00 Uhr ein Orgelkonzert statt, das wir uns nicht entgehen ließen. Die Akustik in diesem Raum ist so phantastisch, dass man in der letzten Reihe einen Sprecher gleich gut verstehen kann, unabhängig davon, ob der mit dem Gesicht oder mit dem Rücken zu den Zuschauern stehend spricht. Dementsprechend ist auch das Klangerlebnis der Orgel einmalig.
Neues vom Wetter: Inzwischen 26°C, Temperatur steigend
Ab Salt Lake City steigt die Temperatur und damit auch die Hitze im RV: ab jetzt nur noch mit Klimaanlage (der Durchmesser der Benzinleitung wird größer). So verließen wir nach guten zwei Stunden die Stadt, um heute noch so weit wie möglich nach Süden in die Nähe des Zion National Park zu gelangen.
Nach gut 1,5 Stunden fuhren wir vom Interstate 15 ab, um über normale Landstraßen nach Süden zu fahren. Die Geschwindigkeit mit einem RV beträgt auf beiden Straßen immer zwischen 60 und 65 mph. Alles was darüber ist kosten nur Benzin. Außerdem sind die Eindrücke, die man auf der Landstraße fahrend von der Landschaft aufnimmt um ein Vielfaches intensiver.
Und so verbringen wir heute die Nacht auf einem Campground mit nur noch einem weiteren Auto am Navajo Lake auf 2750 m Höhe bei einer Außentemperatur von 15°C.
Von hier sind es Morgen nur noch 1,5 Stunden bis zum Zion National Park.
Nach einer angenehm frischen Nacht auf über 2750 m Höhe am Ufer des Navajo Lake ging es erst einmal über einen Pass von 3020 m hinunter ins Tal nach Cedar City, um mal wieder Benzin zu tanken. Eine gute Stunde später erreichten wir den Eingang zum Zion NP.
Um den National Park mit einem RV durchfahren zu dürfen, muss man eine Extragebühr von 15$ bezahlen, das Ganze nennt sich Tunnel Escort. Der zweite Eingang zum Park ist nur durch einen Tunnel erreichbar. Der ist jedoch für RVs im Gegenverkehr zu niedrig, so dass dieser gesperrt werden muss, um hindurchzufahren zu können, und das kostet eben extra ...
Nach dem Eingang fuhren wir erst mal rechts auf den Parkplatz, der schon gegen 10:00 Uhr nur noch wenige freie Plätze aufwies. Der Besuch des National Parks selbst erfolgt mit einem Shuttle, das an unterschiedlichen Stellen im Canyon anhält. Alle 7 - 10 Minuten kann dann die Fahrt mit einem nachfolgenden Shuttle fortgesetzt werden.
Die Temperatur im Schatten stiegt langsam in Richtung 40°C. Vor drei Tagen hatten wir noch -15°C in der Nacht.
Trotzdem machten wir an verschiedenen Stellen im National Park halt und erwanderten in der Mittagshitze so manche schöne Aussichtsstelle. Die Farben und Formen der steil in den Himmel ragenden Felswände halfen uns über die Hitze während der Wanderungen entlang der Felsenkante hinweg.
Gegen 16:00 Uhr war auch die letzte Motivation hinweggeschmolzen, so dass wir uns auf den Weg durch den Tunnel machten. Vor dem Eingang mussten wir dann erst einmal warten, bis der letzte Gegenverkehr den Tunnel passiert hatte. Dann konnten wir in der Mitte der Straße den ca 1 mi langen Tunnel durchfahren.
Nach ca 1 Stunden Fahrt fanden wir einen wunderschönen ruhigen RV Park mit Schatten, Strom, Wasser und Abwasser für das RV, einer Dusche für uns und einer Wäscherei für die Klamotten. Aber das wichtigste war, endlich wieder Verbindung mit der Außenwelt im Highspeed-WLAN (sonst gäbe es heute keine neuen Informationen und Bilder).
Aufstehen um 6:00 Uhr und nach Kaffee und Tee Abfahrt um 7:00 Uhr. Heute mussten wir ausnahmsweise nicht Tanken. Da kein Platz mehr frei war, hatten wir nur einen Stromanschluss, aber wir konnte unsere Abwassertanks leeren und Frischwasser bunkern. Auch eine Aktualisierung der Interneteite war möglich, wenn auch nur sehr sehr sehr ... langsam - und das in Amerika.
Hinweis: Auch wenn es freies WLan gibt, ist die Geschwindigkeit für Upload extrem langsam. Man muss hier nur so lange waren, bis alle anderen im Campground schlafen. Dann hat man Zeit, die Daten auf den Server zu senden. Man kommt dann immer erst gegen 1:00 Uhr zum Schlafen.
Der Bryce Canyon National Park umfasst eigentlich nur die Abbruchkante zum Canyon. Der Canyon selbst ist relativ dicht besiedelt und dient als Farmland, das aufwendig bewässert wird. Im National Park gibt es eine lange Straße, von der zwei Nebenstrecken zu weiteren Aussichtspunkten abzweigen. Schaut euch einfach die Bilder an, man muss es erlebt haben.
Wenn man früh in den Park kommt, fährt man am Besten durch bis zum letzten Aussichtspunkt und rollt dann den ganzen Weg von hinten auf. Ansonsten kann man keine Fotos machen, da man immer gegen die Sonne fotografieren muss.
Also fahren - aussteigen - Foto - weiterfahren ... So waren wir gegen 12:00 Uhr wieder außerhalb des Parks und fuhren weiter zum Capitol Reef National Park über die Staatsstraße 12.
Diese Strasse ist ein Augenschmaus und ein Muss für jeden, der hier Urlaub macht. Mittagessen gab´s bei Nemo´s mitten in Escalante: Leckere selbstgemachte Burger-Körbe mit Rind oder Bison in unterschiedlichen Größen für 10$, dazu einen Eimer kalte Cola mit viel Eis für 1,75$.
Danach ging`s weiter auf der Staatsstraße 12 zum Capitol Reef National Park. Das Besondere an diesem Park ist der sogenannte Scenic Drive, der extra bezahlt werden muss. Auf dieser Straße kommt man sehr nahe an die Gesteinsformationen heran. Außerdem gibt es zwei Sandpisten entlang von Flußtälern, die wir mit unseren RV auf durchfuhren. Das Ergebnis war ein total eingestaubtes Fahrzeug.
Offroad mit einem 25 Fuss (7,60 m) langem RV auf enger kurviger Straße mit Gegenverkehr ist eigentlich kein Problem, wenn die Turis mit ihren zu groß angemieteten PKWs auch fahren könnten. Wenn sie einen sehen, bleiben sie sofort auf der Straße stehen, am besten in einer Kurve, und warten ab, wie ich mit dem RV an ihnen vorbeikomme. Wenn sie einfach nur auf ihrere Fahrseite blieben, wäre das überhaupt kein Problem.
Am Ende der Offroadstrecken kann man dann aussteigen und das Flußbett zu Fuß noch weiter durchlaufen (haben wir, bei sengender Hitze und viel Wasser im Rucksack). Nachdem wir auch diesen National Park verlassen hatten, ging die Sucherei nach einem Stellplatz los. Alles, was wir noch fanden, war ein Platz ohne Strom und Wasser am Rande eines RV Parks (kein Problem), dafür aber mit Dusche und Toilette.
Auch an diesem Morgen verließen wir gegen 7:00 Uhr den Platz und fuhren Richtung Moab. Beim Verschließen der Stauräume brach dann auch noch der Schlüssel das ab (Der Zylinder war voller Staub). Ein Anruf bei der Hotline von Cruise America ergab, dass es in Moab eine RV-Werkstatt gibt, die diesen Standardschlüssel nachmachen kann.
In der Nähe von Moab liegen die beiden nächsten National Park: Canyonlands und Arches. Um die Entfernung so schnell wie möglich zu überwinden, fuhren wir über den Interstate 70. Hier mussten wir dann auch etwas nachtanken für 160$ (fast leer ...).
Die erste Aufgabe des Tages war gegen 10:00 Uhr, einen Stellplatz für die kommende Nacht zu finden. Alle RV Parks und Campgrounds waren bereits um diese Zeit ausgebucht. So besuchten wir zuerst einmal den Canyonlands National Park, dem kleinen Abbild des Grand Canyon, wo Colorado und Green River eine großartige Landschaft formen. Beide Flüsse treffen mitten im National Park zusammen und fließen zusammen in den kurz danach aufgestauten Lake Powell.
Gegen 15:00 Uhr fuhren wir dann nach Moab, um hier in einem Umkreis von 40 mi (ca 1 Stunde Fahrzeit, so die Empfehlung des Visitor Centers) einen Platz für die Nacht zu finden. Und wir hatten Glück - richtig Glück! Direkt am Colorado gelegen trafen wir auf eine junge Frau, die über mehrere Tage einen Stellplatz gemietet hatte, aber die nächsten zwei Tage mit ihrem Mann anderswo verbringen wird. Sie überlies uns den Platz kostenlos mit den Worten: Welcome in America.
Nach diesem Erlebnis fuhren wir wieder zurück nach Moab, um für die kommenden Tage den Kühlschrank und auch den Getränkevorrat wieder aufzufüllen.
Danach ging die Suche nach einer RV-Werkstatt los, die einen Schlüssel nachmachen konnte. In einem Laden für RV-Ersatzteile und alles andere, was ein Farmer so braucht, bekam ich die Telefonnummer eines Schlüsseldienstes. Nach dem Anruf und Angabe der Schlüsselnummer, wurde mir ein neuer Schlüssel nach ca. 15 Minuten vorbeigebracht. Kosten: 5$
So fuhren wir erleichert wieder zurück zum Colorado, wo wir direkt am Ufer ein Lagerfeuer entfachten. Über uns ein klarer Sternenhimmer, wo man ganz deutlich das Band der Milchstraße erkennen konnte ...
Nach einer angenehm kühlen Nacht am Fluß ging es gegen 7:30 Uhr auf zum Arches National Park und fuhren auch hier gleich wieder nach ganz hinten, um einerseits das richtige Licht für die Fotos zu haben und andererseits den Menschenmassen zu entgehen, die gegen 10:00 Uhr den Park stürmen.
Wer glaubt, dass die Gesteinsbrücken nahe beieinander liegen, irrt sich gewaltig. Man fährt über eine halbe Stunde zum nächsten Parkplatz und muss dann zu Fuß in großer Hitze (ohne Schatten) zu den Steinen wandern: wunderschöne Wege und Panoramen, aber sehr sehr anstrengend. Hier zahlt sich dann wieder aus, wenn man bei der Rückkehr ein RV vorfindet: Kalte Getränke in großen Mengen aus dem Kühlschrank. Das lässt so manchen überhitzen PKW-Fahrer vor Neid erblassen - und das bei der Hitze und Anstrengung.
So besuchten wir über 5 Stunden lang die einzelnen Gesteinsbrücken, bis uns die Menschenmassen vertrieben. Also raus aus dem National Park, rein in den Supermarkt, dann beim RV-Ersatzteileladen, wo wie gestern den Schlüssel erhielten, für 5 $ Servicegebühr Abwasser entsorgen und Frischwasser bunkern, nicht - zu vergessen - Tanken und dann ab Richtung Mesa Verde National Park.
Sobald man die Staatsgrenze zu Colorado überschreitet, ändert sich schlagartig die Landschaft. Aus einer Buschsteppe wird Agrar- und Weideland mit riesigen Feldern und ebenso überdimensionalen Geräten.
Der Mesa Verde Naitional Park liegt auf ca 2300 m Höhe und verspricht aufgrund der Lage, gemäßigtere Temperaturen zu haben - weit gefehlt (dazu später). Wir entschlossen uns, hier etwas auszuspannen und nahmen einen Stellplatz für zwei Nächte.
Dieses Mal ging es gemütlicher los, da wir bei der Ankunft im National Park noch Karten für zwei Besichtigungstouren gekauft hatten, die erst ab 10:00 Uhr starten. Dazu mussten wir erst einmal 15 mi (ca 40 Minuten) in den hinteren Teil des National Parks fahren.
Die erste Tour 'Cliff Palace' zeigt, wie die damaligen Bewohner Häuser in Nischen unterhalb der Abbruchkante des Canyons gebaut haben, während man mit der Tour 'Balcony House' direkt über steile Leitern und durch enge Tunneln (auf allen Vieren zu durchqueren) in die Häuse gelangt. Jede Tour dauert ca 1 Stunde und ist in dieser Reihenfolge sehr zu empfehlen, da man in der ersten sehr viel Historisches und in der zweiten darauf aufbauend viel über die Weiterentwicklung der Besiedelung erfährt.
Das Ganze natürlich echt amerikanisch jeweils in eine Geschichte eingebettet, in der man selbst in dieser Siedlung geboren wird und dort sein Leben verbringt oder aber mit Durchschreiten einer imaginären Linie in die damalige Zeit zurückversetzt wird.
Ein Besuch des Museums, in dem alle möglichen Fundstücke ausgestellt werden und ein Halt im Store (Hambuger mit extra Käse, Speck und Pommes sowie kalter Cola - refill!) rundeten den gemütlichen aber sehr interessanten Tag ab.
Aktuelles zum Wetter: Obwohl sich der National Park auf über 2300 m befindet, liegen die Tagestemperaturen bei 30°C und es geht kein Wind. Abends kühlt sich dann die Luft auf ca 10°C ab, unterstützt durch eine leichte Brise.
Heute fuhren wir gegen 8:00 Uhr nach der Entsorgung des Abwassers und Auffüllen des Frischwassers den Berg hinunter nach Cortez, um die wichtigen Dinge eines RV-Fahrers zu erledigen: Einkaufen und Tanken.
Über eine nette Nebenstraße (rough road) fuhren wir zur Hauptverbindungsstraße (Touristen Highway) in Richtung Monument Valley. Die Landschaft, die wir dabei durchquerten, war so abgelegen, dass Petra meinte, diese liege noch weit hinter dem Arsch der Welt. In anderen Worten: Da möchte ich nicht tot über dem Zaun hängen.
Im Monument Valley angekommen, knöpfte man uns erst einmal 20$ für den Parkplatz ab. Um die Felsformationen zu besichtigen, ist ein weiterer Betrag von 85$ pro Person zu entrichten. Diese Abzocke - und das Gefühl beschleicht einem schon beim Befahren des Parkplatzes - ließ uns sofort umkehren und den Ort fluchtartig zu verlassen.
Hinweis: Alles, was im Monument Valley angeboten wird, ist total überteuert; es geht hier nur ums Geld - und das auch nur in Cash! Komisch, wir haben innerhalb der 30 Minuten, die wir auf dem Parkplatz verbracht haben, keinen einzigen amerikanischen Touristen getroffen, obwohl der Parkplatz total überfüllt war. Es muss sich also in USA herumgesprochen haben, wie hier der Hase läuft.
Also fuhren wir weiter nach Page, einer Kleinstadt am Lake Powell. Unterwegs durchquerten wir ein heftiges Gewitter mit faszinierenden Blitzen und Starkregen, womit wiederum die Amerikaner nichts anfangen können: Warnblinker einschalten, am Straßenrand stehenbleiben und warten bis es wieder aufhört..
Unser Campground liegt für die nächsten zwei Tage am Ufer des Lake Powell mit Strandzugang in einem staatlichen Naherholungsgebiet. Nach unserer Ankunft gingen wir also erst einmal zum Baden und grillten später am Lagerfeuer ein leckeres Riesensteak.
Kurioses: Die Rezeption des Campgound befindet sich in Utah (-8 Std.), der Stellplatz in Arizona (-7 Std.). Das iPhone zeigt abhängig von der aktuellen Position immer eine andere Zeit. Und welche stimmt jetzt ?
Heute haben wir uns den Navajos ausgeliefert. Für knapp 100$ Fahrt und Führung durch den Upper Antelope Canyon zur besten Zeit für 1,5 Stunden.
Mit 10 anderen Mitstreitern fuhren wir auf der Ladefläche eines Pickups mit gut 60 mph ca 15 Minuten zum Parkplatz des Canyon, wo es anschließend weitere 10 Minuten durch eine tiefe Sandpiste zum Eingang des Canyons weiterging. Unser Fahrer Erwin, ein Navajo, entpuppte sich als echt guter Guide und zeigte uns die besten Fotopunkte bzw. machte auch einige Fotos für uns. Nach ca 45 Minuten waren wir am Ende des Canyons angekommen, wo wir nach kurzer Pause den ganzen Weg zurückgingen und anschließend in rasanter Fahrt wieder zum Ausgangspunkt in Page zurückgebracht wurden.
Fazit: Dieser Ausflug lohnt sich auf alle Fälle, aber nur, wenn man eine der beiden teuren Führungen zur Mittagszeit bucht.
Mittlerweile brannte die Sonne unaufhörlich auf die wüstenähnliche Landschaft nieder, als wir nach kurzer Fahrt mit unserem RV den Horseshoe Bend erreichten. Diese Canyonformation liegt nicht auf dem Stammesgebiet der Navajo und ist somit kostenlos zu besichtigen.
Ein anstregender Weg über stark hügeliges Gelände ohne jedliche Change auf Schatten führt an den Abgrund des beginnenden Grand Canyon. Der Colorado hat hier im Lauf der Erdgeschichte eine Schleife in Form eine Hufeisens tief in den Stein gefräst. Ein atemberaubender Anblick.
Wieder am RV angekommen, fuhren wir erst einmal zu McDonalds, um Emails zu bearbeiten und dann weiter zum Strand, um uns in den Fluten des Colorado abzukühlen. Der Tag endete mit einem leckeres Steak, am Lagerfeuer gegrillt, und einer guten Flasche Wein.
Kurioses zum Anschluss: Wir befinden uns in den USA und in Page gibt es kein Internet! Die einzige Change dazu hat man bei McDonalds oder Starbucks. Die Leute strömen mit ihren Laptops, Notebooks, Tablets und Smartphone, kaufen sich etwas zum Trinken und surfen stundenlang - ganz normal.
Ich habe heute dies als Gelegenheit genutzt, für den 24.09.2014 einen einstündigen Hubschrauberflug über den Grand Canyon als Geburtstagsgeschenk für Petra zu buchen. Dazu später mehr.
Den heutigen Tag ließen wir wieder gemütlicher angehen. Wir hatten ja wegen der Zeitverschiebung zwischen Utah und Arizona einen 25 Stunden Tag vor uns. Bei McDonalds also erst einmal die Mails checken und die Internetseite aktualisieren. Aber leider ist der Port 21 gesperrt, so dass ich keine Daten zum Server hochladen konnte.
Dann also ab zum South Rim des Grand Canyon. Am Parkeingang liegt auch gleich der Campground, wo wir uns für zwei Nächte einen genialen Stellplatz für insgesamt 24$ sicherten (mit individueller Betreuung durch den Campground Host). Danach fuhren wir weiter durch den ganzen Park (30 mi) zum Flugplatz in Tusayan (liegt ausserhalb des National Parks), um die Reservierung des morgigen Flugs zu bestätigen.
Apropo Telefon: Sobald man in die Nähe eines Indianer-Reservates kommt, gehen weder Telefon noch Internet. Und das ist auf der Südseite des Grand Ganyon echt nervig.
In Tusayan gibt es ein tolles IMAX Kino, in dem wir uns zur Einstimmung auf den Hubschrauberflug einen Film über die Entdeckung und die erste Bootdurchquerung des Grand Canyon ansahen: Wirklich faszinierende Bilder.
Nach einer Wanderung von ca 4 mi entlang der südwestlichen Abbruchkante bei Grand Canyon Village versammelten wir uns mit vielen anderen zum Sonnenuntergang am Grand Canyon.
Zurück am Stellplatz (25 mi = 45 min Fahrzeit) stellten wir fest, dass es eine sehr gute Entscheidung war, bereits am Vormittag sich einen Platz zu sichern: Der Campground war ausgebucht.
Heute Abend gab es wieder das Standard-Campground-Essen: TBone-Steak am offenen Lagerfeuer gegrillt mit Speck, Bohnen, Kartoffeln und Bier aus Dosen.
Heute war frühes Aufstehen angesagt: Sonnenaufgang am Grand Canyon. Während noch die letzten Fledermäuse ihre Kreise ziehen, taucht die gelbe Kugel langam am Horizont auf und die Wände der nördlichen Abbruchkante beginnen zu glühen. Je höher die Sonne steigt, desto mehr Licht fällt in die tiefen Schluchten des Grand Canyon (1600 m tief) und läßt jede Gesteinsschicht in einer anderen Farbe erstrahlen.
Zurück am Campground gab es zum Geburtstagsfrühstück einen leckenen Cup Cake (lecker zum Ansehen, geschmacklich Buttercreme pur ...).
Danach fuhren wir zum Visitor Center (25 mi), um mit dem Shuttle weiter zu Herman`s Rest zu gelangen. Ab hier gelangt man auf einem wunderschönen Wanderweg entlang der Abbruchkante wieder zurück zum Ausgangspunkt. Nach 9 km (hier werden die Enfernungen auf den Tafeln tatsächlich in km angegeben) in brütender Hitze gaben wir auf und fuhren die letzten 4 km mit dem Shuttle wieder zurück.
Da wir noch Zeit bis zum Abflug hatten, verließen wir den Park, um einerseits etwas zu trinken und andererseite freies WiFi zu finden. Bei McDonalds ging das Internet nicht, außerdem war der Laden nicht sauber. Auf der anderen Seite fanden wir einen kleinen Andenkenladen mit einem Coffeshop (lecker Kaffee und süsse Teilchen) und vor allem schnelles Internet. Gerettet!!
Eine halbe Stunde vor Abflug waren wir dann beim Check In am Grand Canyon Airport. Nach einem kurzen Sicherheitsvideo gings dann auch gleich los. Mit unserer Pilotin überflogen wir erst einmal knapp 10 Minuten das große Waldgebiet nach Norden, bis der Hubschrauber plötzlich in das riesige Gebiet des Grand Canyon eintauchte: 1600 m unter uns der Colorado. Ein wahnsinniges Erlebnis. Ein Muss für jeden Grand Canyon Besuch. Nur so kann man überhaupt die Größe einigermaßen erfassen.
Nach der Landung ging es wieder zurück zum Campground, wo wir einen tollen zweiten Sonnenuntergang erlebten und den Abend am Lagerfeuer ausklingen ließen.
Die direkte Verbindung nach Süden war durch einen Erdrutsch gesperrt, so dass wir über eine Umleitungsstrecke nach Süden zur Interstate 40 fuhren. Nach 20 mi auf dem Interstate verließen wir diesen bei Ash Fork, um auf der berühmten Road 66 über Seligman nach Kingman zu fahren. Ehrlich gesagt, absolute Zeitverschwendung.
In Kingman waren mal wieder Einkaufen und Tanken angesagt und dann ging es bei Bullhead City über den Colorado, der hier einerseits die Grenze zwischen Arizona und Nevada bildet und andererseits die Zeitzonengrenze zwischen Mountain Standard Time und Pacific Standard Time darstellt. Der Highway führt dann immer nordwärts geradeaus nach Las Vegas. Unterwegs konnten wir uns noch einen Stellplatz auf dem KOA Campground mitten in Las Vegas sichern.
Der Campground liegt direkt neben Circus Circus und somit nur 3 Minuten von der Pulsader von Las Vegas entfernt.
So erlebten wir ab 14:30 Uhr die Stadt hautnah: heiß, laut, verstopfte Straßen, verschwitze Touristen, ständig Handzettel von Striptease-Lokalen: wir mussten unterwegs sogar eine Bus verlassen, da ein Passagier seinen Mageninhalt verteilt hatte - lecker. Wir bewegten uns zuerst nach Norden. TShirt im Hardrock Cafe kaufen, weiter vorbei an den großen Häusern zu New York New York (hier musste ich unbedingt Achterbahn fahren) und zu Fuß hinaus bis ans Ende zu Mandala Bay. Mit dem Bus nach Süden zu Venetian (inzwischen wurde es dunkel und die Menschenmasse nahm zu), ein Abstecher zu Stratosphere, wo uns die hohen Preise für den Besuch der Plattform an Boden zurückhielten.
Also fuhren wir wieder zurück zu Circus Circus, gingen dort Abendessen (Burger, was sonst) und anschließend für einen Drink an die Bar. Der Weg zum Campground waren nur noch 5 Minuten durch das Gebäude.
Wärend unsere Wäsche ihre Runden im Waschsalon drehte, drehten wir unsere Runden im Pool bei 26°C um 8 Uhr.
Gegen 10:00 Uhr ging es dann nach Süden zum Powershopping. Bis zu diesem Zeitpunkt gelang es uns nicht, eine Shoppingmall auszumachen, die sich ohne großen Umweg erreichen ließe.
Um 15:00 Uhr waren dann auch alle Einkäufe verstaut und wir machten uns auf den Weg ins Death Valley.
Die heute Übernachtung sollte in einer Oase namens Furnace Creek Ranch stattfinden, die ca 60 m unter dem Meeresspiegel liegt und einer Warmwasserquelle ihre Existenz verdankt. Und so lagen wir bis nach Sonnenuntergang bei 44°C Lufttemperatur im lauwarmen Wasser.
Da wir am gestrigen Tag keinen Abstecher auf der Strecke ins eigentliche Death Valley gemacht hatten, fuhren wir gleich in aller Frühe nach Badwater, dem tiefstgelegensten Punkt im Tal.
Dann gings Richtung Westen vorbei an Sanddünen hinauf auf den Rand des Death Valley, entlang der Sierra Nevada vorbei am Mt. Whitney (4417 m) bis zum Mono Lake, wo man über den Tiogapass (3031 m) den Yosemite National Park erreicht.
Die Anfahrt zum Pass entspricht einem steilen und ausgesetzen Pass in den Alpen, vermischt mit Regen, der später in Schnee überging.
Die Nacht verbrachten wir in einem Campground im Wald bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Ab Vormittag hatten wir das Death Valley mit moderaten 30°C verlassen.
Nach einer ungemütlich kalten Nacht machten wir uns ein kräftiges Frühstück mit Speck und Eiern und fuhren dann hinunter ins Tal. Unterwegs waren die anderen Camgrounds bereits geschlossen (absolute Nebensaison). Im Tal selbst wimmelte es von Tagesgästen bzw. Besuchern des Yosemite Hotels. Alle Parkplätze waren voll - wie mag es erst hier zugehen, wenn Hochsaison ist?
Nachdem wir in der hintersten Ecke des Parks noch einen Parkplatz gefunden hatten (der Dauerregen hatte in der Zwischenzeit aufgehört), machten wir eine längere Wanderung über ca 10 km über dem Mirror Lake zum berühmten Yosemite Fall.
Die Wanderung war landschaftlich toll, nur mit den Wanderzielen gab es Probleme: wegen Wassermangels war der Mirror Lake leer und der Wasserfall konnte nur ein Rinnsal zur Schau stellen.
Da schon wieder schwarze Wolken aufzogen, machten wir uns auf den Weg, den Park zu verlassen und einen passenen Stellplatz in Nähe des Sequioa National Parks zu suchen. Der einsetzende Starkregen begleitete uns hinab bis in die Ebene. Hier fuhren wir vorbei an riesigen Weinanbaugebieten bis nach Fresco, wo sich die Straße sich nach Osten wendet und durch Obstplantagen hinauf zum Sequioa NP führt. Hier fanden wir dann auch einen wunderbaren Stellplatz für die Nacht.
Nach einem gemütlichen Frühstück ging es bei wieder herrlichem sonnigen Wetter weiter zum Sequioa National Park. Über den nördlichen Parkeingang durchfährt man zuerst einen Teil des Kings Canyon National Park, bis man auf die ersten riesigen Bäume trifft.
Der größte davon im National Park wird General Sherman genannt und ist über ein gut ausgebautes Wegesystem zu Fuß erreichbar. Er steht inmitten vieler anderer ebenfalls sehr großen Sequioas. Hier gab es auch die einzige Begegnung mit einem Schwarzbären.
Eine Herausforderung (zumindest wenn man die Beschilderung beachtet) ist das Verlassen des Parks über den südlichen Parkeingang: das Befahren der Straße mit Fahrzeugen über 22 ft (zur Erinnerung: unser RV hat eine Länge von 25 ft) ist wegen der engen Serpentinenstraße nicht zu empfehlen. Petra Meinung dazu: Augen zu und durch, ist ja nicht verboten.
Also ging es in wirklich engen Kurven über eine Stunde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 mph talwärts. Immer am steilen Abgrund entlang mit einer fantastischen Aussicht. Nach Verlassen des Parks war dann erst einmal wieder Tanken angesagt. Auch das Gas für Kühlschrank und Herd musste aufgefüllt werden.
Somit sollte unser heutiges Ziel, ein Campground am Highway 1 schnell erreicht werden - zumindest laut Karte. Auf der Karte waren nur leicht die dabei zu überquerenden Berge eingezeichnet. Und so mussten wir bis zum Pazifik fünf Bergketten überqueren: stellenweise mit 10% Steigung und danach mit dem entsprechenden Gefälle (die Straße dabei ohne Kurven einfach gerade aus den Berg hinauf und wieder hinunter.
Bei San Simeon fanden wird dann im State Park einen gemütlichen Campground.
Die schönste Küstenstraße Kaliforniens.
Die Straße verläuft dabei relativ nahe an der Küste. Da es sich hier bis auf wenige Abschnitte um eine Steilküste handelt, meandert die Straße immer wieder in Seitentäler, um dann über einen steilen Anstieg den nächsten Felsen zu überwinden: Wunderbare Aussichten auf die ständig anrollenden Wellen. Da nach ca jeder zweiten Kurven ein Aussichtspunkt ausgeschildert ist, kommt man nur sehr langsam vorwärts.
In diesem Gebiet befinden sich aber auch eine große Kolonien von Seelöwen, die man natürlich besuchen und auch fotografieren muss.
So verlief der ganze Tag, ohne dass wir eine größere Strecke zurücklegen und fanden - mal wieder in einem weiteren State Park - inmitten von riesigen Redwoods - einen gemütlichen Stellplatz.
Eine 1,5 stündige Wanderung durch den Wald hinauf zu einem Aussichtspunkt und anschließend weiter zum einem Wasserfall, der auch tatsächlich Wasser hatte, beendete diesen geruhsamen Tag.
Weiter auf dem Highway 1 nordwärts in Richtung San Francisco. In Monterey gabs dann zu Mittag am Hafen für jeden eine Fischplatte, bevor der Highway uns nach Santa Cruz führte. In diesem Bereich verläuft der Highway - ausgebaut als zweispurige Schnellstraße - im Landesinneren, wobei zwischen der Küste und der Straße der fruchbare Boden für den Anbau von Erdbeeren, Artischocken, Kiwi und Rosenkohl (man riecht in sogar im Auto) benutzt wird. Auf den riesigen Feldern war gerade die Erdbeerernte im Gange.
Danach nimmt der Highway wieder seine ursprüngliche Breite an und schlängelt sich entlang der Küste weiter nach Norden. An einem wunderschönen Sandstrand gelegen nahmen wir für die letzten beiden Nächte einen Stellplatz im State Park der Half Moon Bay: Sonnenuntergang am Strand des Pazifik.
Am Morgen fuhren wir dann in der morgendlichen Rushhour über den Highway 1 mit den RV rein nach San Francisco und weiter zur Golden Gate Brücke. Am Nordpfeiler der Brücke stellten wir das Auto ab und überquerten zu Fuß die Golde Gate Brücke in beide Richtungen.
Danach führt der Highway wieder nach Westen zur Küste und schlängelt sich hier als enge Serpentinenstrasse weiter nach Norden, wobei man wunderschöne Badebuchten erreicht, deren Sandstrände nur von leichten Wellen umspühlt werden. Hier gibt es keine Surfer und auch keine sonstigen Touristen - nur Ruhe ...
Wegen der engen und hügeligen Straßenführung war ein schnelles Weiterkommen unmöglich (20 mi - gut 30 km - in einer guten Stunde) und so schlugen wir uns am frühen Nachmittag durchs Hinterland auf die Schnellstraße 101, die zurück nach San Francisco führt. Aber auch dieser Weg konnte nur sehr langsam überwunden werden, da diese Straße eine einzige Berg- und Talbahn ist.
So erreichten wir zur abendlichen Hauptverkehrszeit wieder die Golden Gate Brücke und stauten uns auf 6 bis 8 Spuren mitten durch San Francisco.
Bevor es die letzen Steaks - natürlich gegrillt auf dem Lagerfeuer - gab, mussten noch die Koffer gepackt und das RV gereinigt werden.
Heute mussten wir früh aufstehen, um rechtzeitig das RV bei der Mietstation zurückzugeben. Die Fahrzeit laut Navi war ca 1 Stunde, aber wir wussten ja nicht, wie groß der morgentliche Verkehr ist. Außerdem mussten wir ja auf die andere Seite der Bucht, die über eine lange mautpflichtige Brücke zu erreichen ist.
Die Fahrt dauerte auch nur eine Stunde. Die Straße war frei, trotz dichtem Verkehr, und die Brücke ist nur mautpflichtig, wenn man in die Stadt hineinfährt.
Die Rückgabe dauerte dann auch nur 5 Minuten und eine halbe Stunde später wurden wir per Taxi zurück zum Flughafen gebracht. Dieser Weg ging dann wieder zurück über die Brücke und dauerte über eine Stunde.
Leider konnten wir unser Ziel, die 8000 km Marke zu erreichen, nicht ganz schaffen: Der Tacho zeigte bei der Abgabe eine Strecke von nur 7878,6 km.
An Flughafen stellen wir dann fest, dass es ein großer Vorteil war, am Tag zuvor über das iPhone den Online Check In bis München gemacht zu haben. Eine riesige Traube von Menschen befand sich vor den Schaltern der Lufthansa. Wir konnten an einem Nebenschalter innerhalb von 5 Minuten unser Gepäck aufgeben.
Die Sicherheitskontrolle mit Schuhe ausziehen und Ganzkörperscanner war wieder typisch Amerika. Danach war endllich Ruhe und wir hatten noch eine Stunde bis zum Boarding.
Der Rückflug nach Frankfurt betrug nur 10 Stunden, so dass wir ca 30 Minuten früher landeten.
Dann mussten wir erst einmal durch die Passkontrolle, um den langen Weg durch endlose Korridore zum Weiterflug nach München anzutreten. Wir starteten pünktlich und landeten nach 30 Minuten Flugzeit in München.
Tja, das war`s. Ein abenteuerlicher und toller Urlaub, das erste mal mit einem RV. Und wir sind uns einig: in zwei Jahren geht`s nach Vancouver, und dann wieder mit einem RV für 4 Wochen quer durch den Westen Kanadas.
Der Rückflug nach Frankfurt betrug nur 10 Stunden, so dass wir ca 30 Minuten früher landeten.
Dann mussten wir erst einmal durch die Passkontrolle, um den langen Weg durch endlose Korridore zum Weiterflug nach München anzutreten. Wir starteten pünktlich und landeten nach 30 Minuten Flugzeit in München.
Tja, das war`s. Ein abenteuerlicher und toller Urlaub, das erste mal mit einem RV. Und wir sind uns einig: in zwei Jahren geht`s nach Vancouver, und dann wieder mit einem RV für 4 Wochen quer durch den Westen Kanadas.